15 Sätze von Jesper Juul, die unvergessen bleiben
- «Die Qualität von Eltern bemisst sich nicht nach den Regeln, die sie ihren Kindern
vorgeben, sondern nach der Art ihrer Reaktion, wenn diese Regeln gebrochen werden.» - «Kinder werden mit allen sozialen und menschlichen Eigenschaften geboren. Um diese
weiterzuentwickeln, brauchen sie nichts als die Gegenwart von Erwachsenen, die sich
menschlich und sozial verhalten.» - «Wenn ich Kinder als kompetent bezeichne, dann meine ich damit, dass wir wichtige
Dinge von ihnen lernen können. Dass sie uns durch ihre Reaktionen ermöglichen, unsere
verlorene Kompetenz wiederzugewinnen und unsere unfruchtbaren, lieblosen und
destruktiven Handlungsmuster loszuwerden […] Wir müssen zu einer Form des Dialogs
finden, den viele Erwachsene auch untereinander nicht beherrschen […]» - «Wenn wir unsere eigene Familie gründen, werden wir damit konfrontiert, dass die
Überlebensstrategie, die in unserer Ursprungsfamilie gut funktioniert hat, in unserer
neuen Familie nicht mehr so wirksam ist.» - «Viele Eltern sind nicht daran interessiert, wie ihre Kinder wirklich denken und fühlen.
Sie interessieren sich mehr dafür, wie Kinder zu denken und zu fühlen haben.» - «Wenn die Erwachsenen nicht genug Zeit für sich selbst haben und die Eltern nicht für
sich als Paar, dann widmen sie den Kindern unter Garantie zu viel Aufmerksamkeit. Kein
Kind will Aufmerksamkeit. Es braucht Beziehung, will am Leben seiner Eltern teilhaben.» - «Die Beziehung zu einem Kind ist keine Einbahnstraße. Das Kind soll nicht nur
entgegennehmen, was wir ihm geben wollen. Wir müssen auch bereit sein, das
entgegenzunehmen, was unsere Kinder uns geben.» - «Betrachten Sie Ihre Familie als neues und spannendes Projekt, dessen einzelne
Teilnehmer nicht von vornherein bestens qualifiziert sind.» - «Für die Atmosphäre in der Familie sind allein die Erwachsenen verantwortlich. Gefühle
und Emotionen gehören ebenso dazu wie Körpersprache und Tonfall.» - «Je mehr Druck ich aufbaue, umso mehr Widerstand erzeuge ich.»
- «Eltern sollten ihren Kindern gegenüber verantwortlich und treu sein. Sie sollen sich
selbst nicht verleugnen, müssen zu ihren Ansichten und Erfahrungen stehen – dabei nur
nicht ihre Kinder zwingen wie sie selbst zu sein.» - «Belohnung ist die postmoderne Version von Bestrafung. Das schafft keine Nähe-
Beziehung. Das ist ein Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter.» - «Man darf als Eltern durchaus weinen, schreien, toben. Man darf das Kind nur nicht
verletzen und kränken. Neoromantiker glauben, ihre Gefühle schaden dem Kind. Aber
die Abwesenheit von Gefühlen schadet dem Kind!» - «Wenn wir eine Beziehung haben, gegenseitigen Respekt und eine gemeinsame Sprache,
können wir über alle Ängste, Sorgen und Widerstände miteinander reden.» - «Glücklich zu sein ist keine Kunst. Die wirkliche Kunst ist zu wissen, was man tun kann,
wenn man unglücklich ist.»